Cristina’s Bonneville-Blog 28.8.2011

Sonntag, 28. August 2011

Die erste Fahrt. Heute um 07.30 Uhr konnte das naked bullet Bike definitiv zugelassen werden, nachdem die technische Inspektion die gestern durchgeführten  Anpassungen gut geheissen hat. Fast gleichzeitig fand das “Riders Meeting” statt. Die Informationen vom Veranstalter sind wichtig, wie der Ablauf des Rennens ist. Gleichzeitig gilt es, den Unterschied für die amerikanische und die internationale Strecke sowie die Messung für die angestrebten Weltrekorde zu beachten. Mittlerweile bastelteten Bernd und ich aus dem Kissenbezug, welche man im Flieger benutzt, und dicken Decken(!) (ja man weiss sich zu helfen) eine Stütze für den Brustbereich. So kann Markus liegend auf dem Bike seine Arme entspannen und hängt nicht in der Luft. Sonst kostet dies nicht nur Kraft sondern es kommt auch noch die Unsicherheit quasi hänged zu fahren. Mit einigen Tapes wurde diese fixiert und Markus konnte erstmals damit Probe liegen. Soweit in der Theorie tipp topp. Mit dem U-Haul wurde das Bike mit dem Fahrer zum Tank-Lastwagen gefahren. Dies ist der einzige Wagen, wo alle Bikes in bestimmten Klassen und mit speziellem Benzin ausgerüstet tanken dürfen. Anschliessend wird der Tandeckel versiegelt. Und dann konnte es nach mehrstündigem Warten endlich auf dem Runcours losgehen.

Der erste Run sollte folgende Erkentnisse bringen:

  1. optimale Sitzposition durch die neue Stütze.
  2. gemessene Endgeschwindigkeit bei 4500 Touren (dies gibt uns wichtige Informationen bezüglich Übersetzung, Bedüsung, etc.

Der auf dem naked bullet befestigte Schaltblitz hat noch folgende Zusatzfunktionen; entweder Anzeige der Km oder der Tourenzahl. Beim Start switchte der Display leider auf die Km- anstelle der Tourenanzeige.

O-Ton Markus

Ich realisierte, dass die Sitzposition optimal ist, der Grip da war und das Bike super am Gas hing. Und da ich nicht wusste, was ich für eine Tourenzahl habe, beschloss ich, Vollgas zu geben. Trotz zweimaligem Verschalten, hatte ich zu Beginn der measured mile 288 km/h auf dem Display, nach ca. 2/3 Drittel der Messzone hatte ich einen dramatischen Leistungsabfall auf ca. 220 km/h. Trotzdem realisierte ich einen Durchschnitt von rund 250 km/h. Die anschliessende Analyse des Motors ergab einen Kolbenklemmer. Ich weiss nun, dass das Bike optimal eingestellt ist und auch über die entsprechende Leistung verfügen sollte, um den bestehenden Weltrekord von 286 km/h zu übertreffen. Zum Glück haben wir zwei zusätzliche Rennkolben dabei, und sind zuversichtlich dass wir morgen nachmittag wieder startklar sind.

Und so hiess es für heute das Fahrerlager zu verlassen. Also fuhren wir am Nachmittag zurück ins Hotel. Während ich nun diesen Blog schreibe, arbeitet das technische Team mit Hochdruck am Bike, um den Motor wieder flott zu kriegen. Sind wir mal gespannt auf den morgigen Tag.

Cristina Saegesser