Cristina’s Bonneville-Blog 30.8.2011

Dienstag, 30. August 2011

Neuer Tag – neue Hoffnung. Um 06.15 Uhr ging das Team geschlossen zu den Salt Flats. Bereits um 07.00 Uhr waren wir in der Pre Staging Reihe für den neuen Lauf. Alle waren gespannt wie das Bike heute wohl fahren wird. Um 10.22 Uhr war es soweit. Markus ging an den Start und fuhr los. Aus Sicht der Zuschauer sah es gut aus, auch der Ton des Motors liess auf eine schnelle Zeit hoffen. Doch es kam erneut anders…

O-Ton Markus

Der Schaltblitz war auf 5200 Touren eingestellt. Entsprechend fuhr ich los und hatte ziemlich guten Grip. Einzig im 2. Gang gab es kleine Ausbrecher am Hinterrad. Nach rund 1,5 Meilen war ich bereits im 5. Gang und bei 5200 Touren. Das Bike hatte klar weniger Knall als beim 1. Lauf am Montag. Innerhalb der measured mile passierte im letzten Drittel das gleiche wie beim 1. Lauf – Abfall der Motorenleistung und dadurch auch ein Schleudern am Hinterrad. Trotz allem erreichte ich wiederum 155 mph (251 km/h) average speed. Die anschliessende Analyse zeigte auf, dass diesmal der vordere Rennkolben klemmte.

Das Mechanikerteam arbeitet im Moment fieberhaft am Einbau unseres letzten Rennkolbens. Wir glauben, das bei der momentan herrschenden Hitze auf den Salt Flats (ca. 45 Grad) und der Meereshöhe von 1200 m, die Leistungsgrenze eines luftgekühlten V2 Motors erreicht ist wenn er zwei Minuten und mehr auf Topspeed läuft und nur eine oder zwei Komponenten nicht stimmen! Wie es der Zufall will, ist einer von den Top Motorencracks der USA in unserem Hotel. Heute Abend kam Ron Dickey von Bonneville zurück und sah unsere Mechaniker am Bike arbeiten. Er schaute sich die beiden kaputten Rennkolben an und konnte daraus wie in einem Buch lesen – wow!!! Wir haben klar ein Überhitzungsproblem sagt Ron und es müssen spezielle Zündkerzen eingesetzt werden, welche er uns gibt. Die jetzigen gaukelten uns falsche Temperaturen vor und verfälschten so das Bild. Ebenso werden wir den Luftfilter vollständigen entfernen, damit der Motor nicht wieder abmagert. Sollte dies alles klappen, wäre a) unser Motorenproblem gelöst und b) würden wir über viel mehr Leistung verfügen.

Um der grossen Hitze auszuweichen, wird Markus morgen bereits im Renndress vom Hotel zur Rennstrecke gebracht, damit wir bei den ersten Startplätzen um 07.00 Uhr sind. Dadurch hoffen wir, vor 08.00 Uhr starten zu können. Sollte Markus eine Rekordfahrt hinkriegen (178 mph / 286 km), kann er seinen retourn run sofort antreten. Theorie und Praxis liegen doch oft weit auseinander. Nach wie vor ist das gesamte Team motiviert – sehen wir was morgen passiert.

Cristina Saegesser